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Batteriespeicher für Wohnung und Mietwohnung: Balkonkraftwerk & Co.

Batteriespeicher für Wohnung und Mietwohnung: Balkonkraftwerk & Co.

Für Wohnung und Mietwohnung ist ein klassischer Heimspeicher mit Dach-Photovoltaik meist keine Option – doch kleine Batteriespeicher für Balkonkraftwerke machen Eigenverbrauch auch für Mieter möglich. Ein solcher Akkuspeicher nimmt den überschüssigen Strom eines Steckersolargeräts auf und gibt ihn abends wieder ab, wenn der Haushalt ihn tatsächlich braucht. So können auch Mieter ohne eigenes Dach einen Teil ihres Stroms selbst erzeugen und nutzen.

Anders als Hausbesitzer dürfen Mieter in der Regel keine große Solaranlage auf dem Dach installieren. Der Weg führt deshalb über das Balkonkraftwerk, das an der Steckdose angeschlossen wird, und optional über einen kleinen Batteriespeicher, der die Eigenverbrauchsquote erhöht. Die rechtlichen und technischen Rahmenbedingungen unterscheiden sich dabei deutlich vom Einfamilienhaus.

In diesem Ratgeber erklären wir, welche Batteriespeicher für Wohnung und Mietwohnung infrage kommen, wie Balkonkraftwerk und Speicher zusammenspielen, was Mieter rechtlich beachten müssen und ob sich die Investition lohnt. Dabei gilt: Ein Heimspeicher oder Akkuspeicher im kleinen Format folgt denselben Grundprinzipien wie das große Batteriespeichersystem, nur eben auf Balkonmaßstab.

Welche Speicherlösungen gibt es für Mieter?

Balkonkraftwerk mit kleinem Batteriespeicher auf einem Stadtbalkon

Für Mieter und Wohnungsinhaber kommen vor allem drei Lösungen infrage. Sie unterscheiden sich in Leistung, Kosten und Genehmigungsaufwand, haben aber eines gemeinsam: Sie benötigen kein eigenes Dach.

Balkonkraftwerk mit Batteriespeicher

Das Balkonkraftwerk – offiziell Steckersolargerät – besteht aus ein bis zwei Solarmodulen und einem Mikrowechselrichter, die per Stecker an die Steckdose angeschlossen werden. Ein passender Batteriespeicher wird zwischen Modul und Steckdose geschaltet und speichert den tagsüber nicht verbrauchten Strom. Typische Systeme bewegen sich bei 1 bis 2 Kilowattstunden Speicherkapazität und lassen sich auf dem Balkon, der Terrasse oder an der Fassade betreiben.

Mobile Solargeneratoren mit Akku

Mobile Solargeneratoren, oft als Powerstation bezeichnet, kombinieren einen Akkuspeicher mit Anschlüssen für Solarmodule und Haushaltsgeräte. Sie sind flexibel, benötigen keine feste Installation und eignen sich für Mieter, die ihre Lösung jederzeit mitnehmen möchten. Nachteilig sind die vergleichsweise geringe Kapazität und der höhere Preis pro gespeicherter Kilowattstunde.

Gemeinschaftliche Mieterstrommodelle

In größeren Mehrfamilienhäusern können Mieterstrommodelle eine Alternative sein. Dabei betreibt ein Dienstleister die Photovoltaikanlage auf dem Dach und versorgt die Bewohner direkt mit Solarstrom, teils ergänzt um einen gemeinsamen Batteriespeicher. Solche Modelle erfordern allerdings die Zustimmung des Eigentümers und eine professionelle Umsetzung durch einen Anbieter.

So funktioniert ein Batteriespeicher für das Balkonkraftwerk

Die Funktionsweise unterscheidet sich nicht grundlegend vom großen Heimspeicher, ist aber deutlich kleiner dimensioniert. Der Akkuspeicher überwacht, wie viel Strom das Balkonkraftwerk gerade erzeugt und wie viel der Haushalt verbraucht.

Übersteigt die Erzeugung den Verbrauch, fließt der Überschuss in den Batteriespeicher statt ins Netz. Abends, wenn die Module keinen Strom mehr liefern, gibt der Speicher die Energie an den Haushalt ab. Dadurch steigt die Eigenverbrauchsquote des Steckersolargeräts, und weniger des selbst erzeugten Stroms geht unentgeltlich ins Netz. Der Akkuspeicher arbeitet dabei wie ein kleiner Heimspeicher im Miniformat.

Die Steuerung übernimmt ein Batteriemanagementsystem, das Laden und Entladen automatisch regelt. Viele kleine Speichersysteme lassen sich über eine App überwachen, die Erzeugung, Ladezustand und Eigenverbrauch anzeigt. Für Mieter ist wichtig, dass sich das System ohne Eingriff in die Hauselektrik anschließen lässt – sonst wäre die Zustimmung des Vermieters oder der Eigentümergemeinschaft erforderlich. Ein solcher Batteriespeicher für die Mietwohnung bleibt damit eine flexible, jederzeit demontierbare Lösung.

Was Mieter rechtlich beachten müssen

Rechtlich bewegen sich Mieter in einem sensiblen Bereich. Wer die Regeln kennt, vermeidet Konflikte mit Vermieter und Nachbarn.

Zustimmung des Vermieters

Ein Balkonkraftwerk gilt als bauliche Veränderung der Mietsache und darf nicht ohne Weiteres installiert werden. Sie sollten deshalb vorab die Zustimmung des Vermieters einholen. Der Gesetzgeber hat die Rechte der Mieter hier zuletzt gestärkt – die Anbringung von Steckersolargeräten kann unter bestimmten Voraussetzungen nicht ohne sachlichen Grund verweigert werden. Eine schriftliche Einigung beugt späteren Streitigkeiten vor.

Regeln der Eigentümergemeinschaft

In Wohnungseigentumsanlagen können die Regeln strenger sein, etwa was Optik, Statik oder die Anbringung am Balkongeländer betrifft. Prüfen Sie die Teilungserklärung und klären Sie mit der Hausverwaltung, ob eine Anbringung erlaubt ist. Bei Mietwohnungen in solchen Anlagen gelten zusätzlich die Vereinbarungen der Eigentümergemeinschaft.

Anmeldung und Netzbetreiber

Auch kleine Steckersolargeräte müssen im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur registriert werden. Bei Balkonkraftwerken mit Batteriespeicher gelten seit einigen Jahren vereinfachte Anmeldepflichten. Informieren Sie sich über die aktuell geltenden Grenzwerte, etwa zur maximalen Wechselrichterleistung, bevor Sie das System in Betrieb nehmen.

Lohnen sich Batteriespeicher für Balkonkraftwerke?

Die Wirtschaftlichkeit kleiner Batteriespeicher wird kontrovers diskutiert. Ein Balkonkraftwerk ohne Speicher erzeugt typischerweise 200 bis 600 Kilowattstunden pro Jahr, je nach Ausrichtung, Standort und Modulzahl. Ohne Speicher nutzt der Haushalt davon nur einen Teil direkt, weil der meiste Strom zur Mittagszeit anfällt.

Ein Batteriespeicher erhöht den Eigenverbrauch, indem er den Mittagsüberschuss in die Abendstunden verschiebt. Ob sich der Aufpreis lohnt, hängt vom Strompreis und vom Verbrauchsprofil ab. Bei einem Haushalt, der mittags kaum Strom verbraucht, kann ein kleiner Akkuspeicher den nutzbaren Anteil des Solarstroms spürbar erhöhen – bei einem Haushalt, der tagsüber ohnehin viel verbraucht, ist der Zusatznutzen gering.

Rechenbeispiel: Ein Balkonkraftwerk erzeugt 400 Kilowattstunden pro Jahr, von denen ohne Speicher etwa die Hälfte selbst genutzt wird. Ein kleiner Batteriespeicher kann den Eigenverbrauch auf einen deutlich höheren Anteil bringen, wobei die absolute Ersparnis durch die geringe Erzeugungsmenge begrenzt bleibt. Die Anschaffungskosten eines Speichers amortisieren sich deshalb oft erst nach vielen Jahren – entscheidend ist weniger die Rendite als der Wunsch nach mehr Unabhängigkeit.

Unterschiede zum klassischen Heimspeicher im Einfamilienhaus

Ein Batteriespeicher für die Mietwohnung unterscheidet sich in mehreren Punkten vom großen Heimspeicher im Einfamilienhaus. Wer von einem Haus in eine Wohnung wechselt oder umgekehrt, sollte diese Unterschiede kennen, um falsche Erwartungen zu vermeiden.

Leistung und Anschlussart

Der klassische Heimspeicher wird fest an die Hauselektrik angeschlossen und von einer Fachkraft installiert, während ein kleiner Batteriespeicher fürs Balkonkraftwerk meist per Stecker verbunden wird. Dadurch entfällt bei Mieterlösungen der aufwendige Eingriff in die Elektroinstallation. Die Leistung ist mit ein bis zwei Kilowatt entsprechend geringer als bei einem stationären Batteriespeichersystem mit mehreren Kilowatt.

Kapazität und Speicherstrategie

Ein Heimspeicher im Einfamilienhaus liegt üblicherweise bei 5 bis 10 Kilowattstunden, ein Akkuspeicher fürs Balkonkraftwerk bei 1 bis 2 Kilowattstunden. Die Speicherstrategie ist jedoch ähnlich: Beide verschieben überschüssigen Solarstrom in die Abendstunden. Nur die Größenordnung der verschiebbaren Energie unterscheidet sich erheblich.

Genehmigungs- und Anmeldepflichten

Während der große Batteriespeicher fest installiert und vom Fachbetrieb angemeldet wird, genügt beim Balkonkraftwerk mit Akkuspeicher eine vereinfachte Registrierung im Marktstammdatenregister. Dafür treten beim Mieter zusätzlich die Zustimmung des Vermieters und die Regeln der Eigentümergemeinschaft hinzu. Beide Systeme haben also ihre je eigenen Hürden, die Sie vor der Anschaffung klären sollten.

Worauf Sie beim Kauf eines kleinen Batteriespeichers achten sollten

Kleiner Batteriespeicher für ein Balkonkraftwerk mit Steckdosenanschluss

Wer sich für einen Batteriespeicher für die Mietwohnung entscheidet, sollte beim Kauf auf einige Punkte achten. Sie entscheiden darüber, ob das System alltagstauglich ist und langfristig funktioniert.

Nutzbare Kapazität und Leistung

Vergleichen Sie die nutzbare Kapazität statt der beworbenen Nennkapazität. Für ein typisches Balkonkraftwerk mit ein bis zwei Modulen reichen in der Regel 1 bis 2 Kilowattstunden aus, da mehr Kapazität selten gefüllt wird. Achten Sie zudem auf die Lade- und Entladeleistung des Speichersystems, die zum Mikrowechselrichter passen muss. Nur wenn Kapazität und Leistung zum Balkonkraftwerk passen, arbeitet der kleine Batteriespeicher effizient und ohne unnötige Verluste.

Sicherheit und Aufstellort

Ein Batteriespeicher für die Wohnung sollte robust, hitze- und staubverträglich sein und sich für den Balkon oder den Innenbereich eignen. Moderne Lithium-Eisenphosphat-Zellen gelten als besonders sicher. Achten Sie auf eine passende Schutzart für den Außenbereich, wenn das System Wind und Wetter ausgesetzt ist, und platzieren Sie den Akkuspeicher nicht in praller Sonne.

Erweiterbarkeit und Mobilität

Da sich Wohnsituationen ändern, lohnt ein Speichersystem, das sich um weitere Module erweitern oder an einen neuen Standort mitnehmen lässt. Wer später in ein Haus mit großer Photovoltaikanlage zieht, kann einen mobilen Solargenerator weiterverwenden oder als Notstromreserve nutzen. So bleibt die Investition flexibel.

Fazit

Ein Batteriespeicher für Wohnung und Mietwohnung ist vor allem als Ergänzung zum Balkonkraftwerk sinnvoll: Er erhöht die Eigenverbrauchsquote, macht Mieter unabhängiger und lässt sich ohne eigenes Dach betreiben. Die absolute Ersparnis bleibt wegen der geringen Erzeugungsmenge begrenzt, sodass die Entscheidung häufig vom Wunsch nach Autarkie statt von reiner Rendite getragen wird. Klären Sie vor dem Kauf die Zustimmung des Vermieters, prüfen Sie die Regeln der Eigentümergemeinschaft und wählen Sie einen Akkuspeicher mit passender nutzbarer Kapazität.

Häufige Fragen (FAQ)

Darf ich als Mieter ein Balkonkraftwerk mit Batteriespeicher betreiben?

Grundsätzlich ja, Sie sollten aber vorab die Zustimmung des Vermieters einholen, da das Balkonkraftwerk als bauliche Veränderung gilt. Die Rechte der Mieter wurden gesetzlich gestärkt, dennoch ist eine schriftliche Einigung empfehlenswert. In Wohnungseigentumsanlagen gelten zusätzlich die Regeln der Eigentümergemeinschaft.

Wie groß sollte der Batteriespeicher für ein Balkonkraftwerk sein?

Für ein Balkonkraftwerk mit ein bis zwei Modulen reichen in der Regel 1 bis 2 Kilowattstunden nutzbare Kapazität. Größere Speicher werden bei der geringen Erzeugungsmenge selten voll geladen und rechnen sich schlechter. Entscheidend ist, dass die Speicherkapazität zur Leistung der Solarmodule passt.

Brauche ich für einen Batteriespeicher in der Mietwohnung eine Genehmigung?

Eine förmliche Genehmigung ist meist nicht nötig, wohl aber die Zustimmung des Vermieters und die Beachtung der Regeln der Eigentümergemeinschaft. Zudem muss das Steckersolargerät im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur registriert werden. Klären Sie diese Punkte, bevor Sie das System anschließen.

Lohnt sich ein Batteriespeicher für ein Balkonkraftwerk finanziell?

Die Ersparnis ist begrenzt, weil ein Balkonkraftwerk nur 200 bis 600 Kilowattstunden pro Jahr erzeugt und ein Speicher den Eigenverbrauch zwar erhöht, aber die Anschaffungskosten erst nach vielen Jahren einspielt. Viele Mieter kaufen den Akkuspeicher daher eher aus dem Wunsch nach Unabhängigkeit als aus rein wirtschaftlichen Gründen.

Kann ich einen Balkonkraftwerk-Speicher bei einem Umzug mitnehmen?

Ja, die meisten kleinen Batteriespeicher und Balkonkraftwerke lassen sich demontieren und am neuen Wohnort wieder aufbauen. Achten Sie beim Kauf auf ein mobiles, erweiterbares System, wenn Sie langfristig flexibel bleiben möchten. Ein Solargenerator lässt sich zudem später als Notstromreserve weiterverwenden.

Welche Batteriespeicher Kapazität ist für einen Single-Haushalt sinnvoll?

Für einen Ein- bis Zwei-Personen-Haushalt mit Balkonkraftwerk genügen in der Regel 1 bis 2 Kilowattstunden nutzbare Kapazität. Ein größerer Heimspeicher lohnt sich hier nicht, weil die Module zu wenig Überschuss liefern, um ihn regelmäßig zu füllen. Orientieren Sie die Speichergröße an der täglichen Erzeugung Ihres Steckersolargeräts, nicht am Gesamtstromverbrauch der Wohnung.

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